... schreiben", dachte Oblomow. "Wann schläft er denn? Aber er verdient sich gewiß so ein fünftausend Rubel jährlich. Davon lässt sich leben! Aber immerzu schreiben, sein Denken und seine Seele auf Kleinigkeiten zu vertändeln, seine Anschauungen fortwährend zu wechseln, mit seinem Verstande und seiner Phantasie Handel zu treiben, seine Natur zu vergewaltigen, sich aufzuregen, immer Feuer und Flamme zu sein, keine Ruhe zu kennen und es immer irgendwo eilig zu haben... Und immer zu schreiben, immer zu schreiben, wie ein Rad, wie eine Maschine: er muss morgen schreiben, er muss übermorgen schreiben; und wenn ein Festtag kommt und es Sommer wird, er muß immerzu schreiben. Wann kann er pausieren und sich erholen? Der Unglückliche!"
Er drehte den Kopf zum Tische hin, wo die Tinte eingetrocknet und kein Schreibpapier und keine Feder zu sehen war, und freute sich, daß er sorglos wie ein neugeborenes Kind dalag, keine aufreibende Tätigkeit hatte und nicht für Geld arbeitete...
- Oblomow (Ivan Gontscharow)